Freitag, 10. März 2017

Der erste Allein-Überlandflug - First Crosscountry

Puuh... die Theorieprüfung war geschafft.

Diese ist Grundvorraussetzung, dass der angehende Pilot seine Allein-Überlandflüge durchführen darf bzw. muss.
Es müssen in 10 Stunden Solozeit (Alleinflugzeit ohne Fluglehrer) mindestens fünft Stunden Allein-Überlandflugzeit enthalten sein.
Außerdem muss eine 150NM (270km) Strecke geflogen werden (in den fünf Stunden enthalten) mit vollständigen Landungen bis zum Stillstand an zwei fremden Flugplätzen.

Nur was ist ein Überlandflug?

Ein Überlandflug führt über die Platzrunde bzw. die nähere Umgebung des Startflugplatzes hinaus.
Zur Erinnerung, das erste Solo bin ich in der Platzrunde geflogen, also in der Umgebung des Startflugplatzes.
Dazu war keine Theorieprüfung nötig.

Am 24.11.2016 stand nun der erste Allein-Überlandflug auf dem Programm.

Einen Abend zuvor hatte ich mich bereits an die Flugvorbereitung gesetzt und eine Route in die Flugnavigationskarte eingezeichnet, sowie die dazugehörigen Kurse, Entfernungen und Höhen in den Flugdurchführungsplan eingetragen.
Die geplante Route führte von Strausberg (EDAY) nach Eberswalde-Finow (EDAV), weiter nach Hohenwutzen.
Von dort aus ging es in südlicher Richtung weiter nach Letschin, dann in westlicher Richtung über Neuhardenberg (EDON) zurück nach Strausberg (EDAY).


Flugvorbereitung


Am Morgen des 24.11.2016 habe ich nach einem ausgiebigen Frühstück meine Sachen in die Fliegertasche gepackt und bin mit dem Auto zum Flugplatz nach Strausberg gefahren.


Flugplatz Strausberg

Dort angekommen habe ich meine Flugvorbereitung abgeschlossen und mit den aktuellen Wetterdaten und NOTAMs meine Flugzeiten, den benötigten Treibstoff und die Beladung sowie den Schwerpunkt berechnet.
Es war alles im Limit, somit konnte es losgehen.
Nach dem Sichten meiner Flugvorbereitungen und Ausfüllen des Flugauftrages durch den Fluglehrer, nahm ich im Office das Bordbuch und den Schlüssel für die Maschine entgegen.
Es ging mit einer Katana DA 20-80 mit dem Kennzeichen D-EPPC in die Luft.
Das Bordbuch wurde von mir auf die Vollständigkeit der Eintragungen, das Einhalten der Stunden bis zur nächsten Überprüfung und auf die mitzuführenden Unterlagen überprüft.
Es war alles top.

An der Halle angekommen, begann ich laut Checkliste mit der Vorflugkontrolle des Flugzeuges.
Worauf zu achten war, habt ihr ja schon im Post First Solo - Der erste Alleinflug in der Platzrunde anhand der Checkliste gesehen.
Die Maschine war in einem tadellosen Zustand.


Katana DA 20-80   D-EPPC

Bei der Kontrolle hatte ich festgestellt, dass ich noch 20 Liter Treibstoff nachtanken muss.
Also rollte ich zum Tankplatz und tankte die Maschine nach, damit ich auch noch genug Treibstoff für den Flug hatte.
Generell rechne ich sehr konservativ, eben Safety First!!!
Nun waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und es konnte losgehen.
Ich meldete mich beim Turm und holte mir die Abfluginformationen.
Aktiv war an diesem Tag die Piste 23 in südwestlicher Richtung, sogleich rollte ich langsam zum Rollhalt der Piste 23.
Dort angekommen arbeitete ich meine Checkliste weiter routiniert ab.
Ich brachte den Motor auf 1800 RPM und führte den Motorcheck durch, das Prüfen der Ventile für die Propellerblattverstellung, aber auch die Doppelmagnetzündanlage und die Vergaservorwärmung werden dabei auf einwandfreie Funktion überprüft.
An dieser Stelle möchte ich nicht zu sehr ins Detail gehen.

Anschließend schaltete ich die elektrische Treibstoffpumpe ein, setzte die Klappen auf Stellung Start (T/O), schaltete das Landelicht ein und rollte auf die Bahn.
Auf der Bahn ausgerichtet setzte ich den Leistungshebel auf Vollgas, das Flugzeug beschleunigte und bei 51 Knoten hob ich die Nase in den Wind.
Ich drückte die Nase leicht nach um Fahrt aufzubauen.
Dabei stieg ich langsam auf die Platzrundenhöhe von 1100ft.
Im Querabflug entschied ich mich, gleich auf 2000ft durchzusteigen und den Flugplatz mittig Richtung Nordwesten zu kreuzen.


Blick aus dem Cockpit


Nach dem Verlassen der Platzrunde flog ich Richtung Nordwesten zum Flugplatz Eberswalde-Finow.
Der Flugplatz kam in Sicht, diesen kreuzte ich ebenfalls mittig und drehte dann nach rechts Richtung Osten und flog weiter nach Hohenwutzen.
Links von mir konnte ich das Schiffshebewerk Niederfinow ausmachen, bald kam Bad Freienwalde zu meiner Linken in Sicht, ich entdeckte die Skisprungschanze.


Niederfinow Schiffshebewerk


Kurz darauf schimmerte die Oder direkt vor mir und der markante "Knick" im Flussverlauf deutete auf Hohenwutzen hin.
Die Gebäude des "Polenmarktes" kamen schnell in Sicht, die Brücke von Deutschland nach Polen sah ganz klein aus von hier oben.
Ich konnte ein Fastfoodrestaurant erkennen, in Gourmetkreisen nennt man es "Zur goldenen Möwe"???

Jetzt hieß es aufpassen, nicht dass ich vor lauter Staunen die Grenze nach Polen überfliege.
Dazu hätte ich nämlich einen Flugplan aufgeben müssen, das habe ich nicht getan, da ich keinen Grenzüberschreitenden Flug geplant hatte.
Nun wurde nach Süden abgedreht, Letschin war der nächste Wegpunkt.
Um die Klein- und Koppelnavigation zu üben, setzte ich mir als Sichtpunkt einen kleineren Schornstein bei Letschin.

Jetzt kann man natürlich behaupten, das sei zu einfach Diesen zu finden, aber weit gefehlt.
Aus der Luft wirkt alles ganz klein und auch ein kleiner Schornstein kann leicht übersehen werden, gerade dann, wenn Dieser sich so gut in die Landschaft einfügt.
Nach dem Lokalisieren des Schornsteines drehte ich weiter nach Westen und konnte schon den Flugplatz Neuhardenberg ausmachen.
Diesen überflog ich in 2000ft zurück Richtung Heimatflugplatz.


Blick über die rechte Tragfläche


Links von mir war Buckow, also war Strausberg nicht mehr weit.
Ich rief den Turm und meldete meine Höhe, Position und Absicht.
Schnell konnte ich die Platzrunde lokalisieren und hielt Ausschau nach dem UL Flieger, welcher mir gemeldet wurde.
Nach dem Motto "Safety First" meldete der UL Pilot ordnungsgemäß seine Positionen in der Platzrunde, was mir als einfliegender Verkehr den Einflug erleichterte.
Ich sank auf 1100ft Platzrundenhöhe und drehte in den Gegenaflug der Piste 23.
Querab der Schwelle begann ich mit dem Konfigurieren des Flugzeuges zur Landung.
Ich meldete das Eindrehen in den Queranflug und sank auf 750ft bis ich in den Endanflug drehte und mit einer konstanten Sinkrate das Flugzeug sanft auf die Landebahn setzte.


Der stolze Pilot


Was für ein Feeling dachte ich mir.
Ohne Fluglehrer habe ich mich nach einer scheinbar sehr guten Flugvorbereitung durch Brandenburg navigiert.
Nur mit Karte, Flugdurchführungsplan und Uhr... Das GPS hatte ich nicht einmal benutzen müssen.


Der Flugdurchführungsplan


Ich rollte die PAPA - CHARLIE zurück zur Halle und überließ nach dem Eintrag in das Bordbuch das Flugzeug gleich dem nächsten Schüler, welcher heute für ein Platzrundentraining nach Strausberg kam.


Eintrag in das Bordbuch


Der erste Allein-Überlandflug war eine sehr gute Vorbereitung auf den großen 150 NM Dreiecksnavigationsflug.

Mehr dazu lest ihr zeitnah hier in diesem Blog.








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